Wie unsere Familie zum Continuum Concept kam

Wie wir es leben und welche Auskirkungen es auf unser Zusammenleben hat
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Als ich schwanger wurde, kam das völlig überraschend und ungeplant.

Es würde also kein Kind sein, auf das man ewig hingearbeitet hat und das dann bestimmte Vorstellungen zu erfüllen hätte. Ziemlich gute Vorraussetzungen für ein neues kleines Menschlein. Selbstverständlich habe ich in der Schwangerschaft sehr viel gelesen und wusste schnell Bescheid: Gestillt wird 6 Monate, dann wird zugefüttert. Das Kind schläft in seinem eigenen Bett und schreit auch mal, wenn's nicht so will, wie ich gerne hätte. Alles klar!

Eine etwas traumatische Geburt und unnütze Tipps von immer wieder wechslenden Schwestern erleichterten uns den Start ins gemeinsame Leben nicht gerade. Immense Stillschwierigkeiten waren die Folge. Ich wollte, aber das Kind wollte nicht. Trotzdem wurden wir stillend entlassen und hatten eine schwierige, aber doch schöne, zu meinem Leidwesen jedoch nur 5 Monate dauernde Stillbeziehung.

Als meine Tochter 2 Monate war, entdeckte ich das Tragetuch für uns. Ich war ständig genervt, richtig fix und alle, machte die Hausarbeit, wenn die Kleine mal schlief. Es schlauchte extrem, war Stress pur. Ich dachte nur immer, dass es das doch nicht sein kann und dass sich unbedingt was ändern muß. Doch von dem Zeitpunkt an, da ich die Kleine zum ersten Mal im Tuch hatte, da an waren die Bedürfnisse der Kleinen viel besser befriedigt, wenn sie einfach nur Körperkontakt hatte und ich trotzdem meinen Tätigkeiten nachgehen konnte, ohne mein Kind irgendwo abzulegen.

In diesem Sinne schon etwas alternativ angehaucht, wurde ich sensibel für andere Erziehungsmethoden und alles rund ums Thema „Einfach anders mit dem Kind umgehen als man es früher gemacht hat“. Achtsamkeit und Respekt lösten Begriffe wie Härte und Durchgreifen ab. Mit etwa 6 Monaten war meine Tochter ein Kind, das seine Bedürfnisse leben durfte und befriedigen konnte, wann immer das notwendig war.

Langsam räumte ich mit den mir von meiner Umwelt und meiner eigenen Erziehung eingeimpften Vorurteilen auf:

  • Das Kind muss in seinem eigenen Bett schlafen! - Nein, das muss es nicht! Es kann jederzeit zu uns kommen, wenn es die Nähe braucht.

  • Das Kind muß lernen, auch mal im Kinderwagen zu sitzen! - Nein, es wird getragen, wenn es das will und wenn es so für alle Beteiligten besser ist und die Situation entspannt.

  • Das Kind muß durchschlafen - Nein, auch das muß es nicht. Es ist schön, wenn es das tut, aber man kann es nicht zwingen, und es ist schon gar nicht in der Lage dies zu lernen!

  • Man muss das Kind vor Gefahren schützen - Nur bedingt. Gefahren, die das Kind in der Lage ist selbst zu erkennen, soll es selbst erkennen lernen

und so weiter und so fort...

Weil ich mich ständig im Internet informierte, stieß ich dann durch den Tipp einer lieben Freundin aufs Continuum Concept, und dort fand ich erstens Bestätigung für meine bisherigen Veränderungen in meinem Lebensstil im Bezug auf das Kind und zweitens neue Denkanstöße und Ideen. Die Bandbreite der eingesetzten Continuum Concept-Lösungen wurde mit der Zeit immer größer.

Dazu gehörte auch, meine Tochter einfach ihre Welt entdecken zu lassen, und nicht so viel Anregung zum Spiel zu geben. Ich fing an, ihrer Kompetenz, auf sich selber aufpassen zu können, einfach mehr Vertrauen zu schenken. Jetzt ist meine Tochter ein Kind, das sich und seine Fähigkeiten genau einschätzen kann. Sie ist kein Kind, das sich blind vom Wickeltisch stürzt, weil es die Gefahr nicht kennt. Sie ist nie gefallen beim Hochziehen, sie ist noch nie irgendwo angerannt und sie stolpert auch nicht über ihre Füße. Es ist wahr, sie guckt, wo sie hinläuft! Ich dachte immer, Kinder machen das nicht. Meine bisherige Erfahrung mit Kindern hat das aber auch immer bestätigt. Man muß hinterher sein, sonst fallen sie und brechen sich die Knochen, weil sie ja nicht aufpassen können! Ich halte das nicht für einen Zufall, dass Rebekka so bedacht ist, sondern für das Ergebnis meiner Haltung ihr gegenüber.

Mit den Grundprinzipien des Continuum Conceptes machen wir uns unseren Alltag mit Kind ungemein einfach! Es ist eine wunderbar entspannte Situation, frei von Zwängen. Ich muß nachts nicht tausendmal raus und das Kind beruhigen, weil sie einfach bei uns schläft. Ich muß während der Hausarbeit nicht ständig ein schlechtes Gewissen haben, weil ich das Kind jetzt nicht beachten kann. Entweder ich trage sie dabei mit mir rum oder sie sitzt in der Küche und schaut zu. Sie ist einfach ein Teil von mir und meiner Arbeit und immer und überall dabei. Wir lernen voneinander, und ich bin erstaunt, wie kompetent so ein kleiner Mensch ist, wenn man ihm diese Kompetenz zuspricht und einfach beobachtet. Ich bin nicht perfekt, auch ich muß noch viel an mir arbeiten. Doch dazu ist doch das Leben da, das man lernt! Aber ich bin froh, dass ich auf diesen Weg gekommen bin und auch froh dass ich viele Menschen kenne, die einfach instinktiv so handeln und die alten Vorschriften über Bord werfen!

Damit unsere Kinder zu glücklichen, selbstbewussten Menschen heranwachsen.

 

© 2002 Yvonne

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