Warum ich so zufrieden bin

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Ich versuche, für mich zu sorgen

  • Der wichtigste Grundstein ist meine Pause. Immer wenn Julian schläft, gehört die Zeit mir, und ich tue nur Sachen, die mir Freude machen. Ich bin 20 Stunden pro Tag alleine für Julian verantwortlich, und diese Zeit gehört nur mir.

  • Ich achte darauf, dass ich genügend schlafe.

  • Ich will bewusst einen großen Abstand zwischen meinen Kindern, damit sich bei uns kein Stress ausbreitet.

  • Ich versuche mehr, als nur Mutter zu sein: Wir unternehmen viel, und ich suche Situationen, bei denen ich mich mit Erwachsenen unterhalten kann, während die Kinder miteinander spielen.

  • Ich versuche, politisch und gesellschaftlich auf dem Laufenden zu bleiben.

  • Ich versuche, meine Liebe und meine Partnerschaft lebendig zu erhalten. Wir gehen ins Kino, in die Sauna usw., während Julian bei meinen Schwiegereltern ist. Wenn ich sie nicht hätte, würde ich einen Babysitter für ihn suchen.

  • Ich versuche nicht, perfekt zu sein. Ich mache jeden Tag 1,2,3...mal etwas, was sich für mich falsch anfühlt. Das ist schade, aber ich bin nun mal nicht perfekt. Wir sind auf dem Weg, und noch nicht am Ziel. Deshalb mache ich mir darüber keine Gedanken, sondern freue mich an dem, was wir schon erreicht haben.

  • Ich versuche, es mir in allem so einfach wie möglich zu machen. Mein Haushalt ist entrümpelt und so organisiert, dass jedes Ding seinen Platz hat. Ich versuche, alles immer in Ordnung zu halten, damit das Chaos gar nicht erst einzieht. Ich versuche, jeden Raum so zu verlassen, wie ich ihn betreten habe.

  • Ich versuche auch mal faul zu sein und mir immer meiner Prioritäten bewusst zu sein: Dass es mir und meiner Familie gut geht.

 

Ich versuche, mich weiter zu entwickeln

  • Ganz wichtig ist dabei das LCN-Forum für mich: durch das ständige Lesen und Schreiben verinnerliche ich vieles und werde auf neue Gedanken gebracht.

  • Dann lese ich viel, ich unterhalte mich gerne mit anderen und interessiere mich für deren Gedanken. Ich beobachte gerne, und nicht zuletzt durch meine lieben Mail-Kontakte werde ich immer wieder angeregt und herausgefordert.

  • Ich arbeite an mir, ich versuche ein „besserer“ Mensch zu werden. Mich führt das in eine „buddhistische“ Richtung.

  • Meine Lieblingsübungen sind im Moment: Alle außer mir sind erleuchtet und wollen mir mit ihrem Verhalten helfen meinen Weg zu findenund Tue etwas Gutes und erzähle niemandem davon.

  • Ich habe mich mir meiner Vergangenheit auseinander gesetzt, d.h. besonders mit meiner Mutter, damit ich weiß, was für Kräfte in mir wirken. Ich habe ihr zugehört und mit ihr gestritten. Ich war sehr wütend, aber ich habe gelernt, dass sie auch nur ein Opfer ist.

 

Ich übernehme die Verantwortung für die Beziehung zu Julian

  • Ich versuche, mit ihm in Kontakt zu bleiben. Wenn irgendetwas schief läuft, versuche ich, unsere Seelen wieder aufeinander einzustimmen. Ich versuche, ihm mit Achtsamkeit zu begegnen und zu beobachten, was mein Handeln für Auswirkungen hat.

 

Ich versuche nicht, für Julian verantwortlich zu sein

  • Essen (Darf er noch Rosinen? - Ja, klar! - Ich dachte nur ... Nicht dass er nachher Durchfall bekommt ... - Das weiß ich auch nicht. Da muss er dann eben durch ...)

  • Schlafen (Ist er nicht müde??? - Keine Ahnung ...)

  • Klo (Er war jetzt schon ganz lange nicht mehr auf dem Klo. - Aha...)

  • Spielen (Jetzt hat er so doll getobt, sein Herz schlägt schon ganz doll. Ich glaube, dass er mal aufhören sollte. - Ich habe noch nie gehört, dass ein Kind beim Toben einen Herzinfarkt bekommen hätte...)

  • Körperübungen (Julian steht auf dem Schaukelschaf, fällt er denn da nicht runter??? - Sieht eigentlich so aus, als wenn er weiß, was er tut, oder?)

  • Körpergefühl (Er hat ja ganz kalte Füße!!! - Tatsächlich?)

 

All das geht mich eigentlich nichts an, das ist sein Problem. Er ist für sich verantwortlich.

 

Oder z.B. das Anziehen. Ich sehe es nicht als meine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass er angezogen ist, wenn wir das Haus verlassen. Wenn ich los will, dann kündige ich das an und ziehe mich an. Eventuell erinnere ich ihn noch mal, aber er muss dafür sorgen, dass er angezogen wird. Ich bitte ihn nicht und schon gar nicht laufe ich hinter ihm her. Wenn ich fertig bin, dann gehe ich. Das ist spätestens der Zeitpunkt, wo er mit seiner Jacke seinen Schuhen und seiner Mütze angelaufen kommt und angezogen werden möchte. Ich empfinde diese Selbstständigkeit als sehr entlastend. Ich helfe gerne, wenn er das möchte, aber ich kümmere mich nicht darum und habe so Kraft und Gedankenfreiraum, meine Verantwortung für unsere Beziehung wahrzunehmen.

 

© 2002 Stine mit Julian (12/00)

 

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