Erfahrungen mit Familienbett und Babybalkon

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Als unser Sohn gerade frisch geschlüpft war, dachten wir eigentlich noch, ein Kind bräuchte ein eigenes Bett. Sein Bettchen stand mit etwa 30 cm Abstand neben meinem Bett, so dass ich mich auf mein Bett setzen oder legen konnte und trotzdem noch Händchen halten konnte. Anfangs schlief mein Kleiner bei mir auf dem Arm ein, und dann legte ich ihn ins Bett. Eigentlich hatten wir vor, ihn auch nach dem nächtlichen Stillen wieder in sein Bettchen zu legen, aber das gaben wir schnell auf. Es war so bequem, ihn im Bett zu lassen. Ich konnte neben dem Stillen wunderbar dösen und anschließend mit meinem Kind einschlafen. Mein Mann genoss seine Anwesenheit genauso wie ich, und unser Bärchen war glücklich, bei seinen Eltern zu sein.

Schnell hatte sich folgender Brauch eingespielt: Unser Sohn schlief in unseren Armen ein und wurde in sein Bett gelegt, während wir noch auf blieben. Mit dem ersten Stillen gingen wir zu Bett, und unser Kleiner lag auf einem eigenen Moltontuch und mit eigener Decke (später ersetzt durch einen Schlafsack) auf meiner Betthälfte zwischen meinem Mann und mir. Anfangs hatten wir noch Schlafprobleme, aus Angst, ihn zu erdrücken. Schnell stellten wir aber fest, dass wir uns auch im Schlaf instinktiv des kleinen Menschen zwischen uns bewusst waren und daher gar keine Gefahr bestand. Dass wir uns weniger drehen konnten und auch weniger Platz hatten, machte uns max. 2 Wochen zu schaffen. Der Körper gewöhnte sich schnell daran, und wir wachten nicht mehr gerädert und mit Rückenschmerzen auf. Wir begannen, das Familienbett zu genießen.

Allerdings hatte ich immer ein schlechtes Gefühl wegen des Grabens. Ich befürchtete, unser Kleiner würde sich einen Haltungsschaden zuziehen, weil er ja während der Nacht auch mal in den Graben rollte und dort liegen blieb. Das konnte doch nicht gut sein. Zudem machte ich mir Sorgen, ob er genügend Platz hatte, sich zu entfalten, und wie lange es wohl dauern würde, bis er einfach zu groß für diese Schlafmethode wäre.

Dann sah ich zum ersten mal einen Babybalkon. Das Gitterbett war direkt an das Elternbett heran geschoben worden, das Gitter dazwischen entfernt. Die Kinderbett-Matratze war fast auf gleicher Höhe wie die Matratze des Elternbettes, die Ritze mit einem Handtuch geschlossen worden. Ich beschloss sofort, dies bei uns nachzuahmen. Ich hatte sogar das Glück, dass sich beide Matratzen auf gleicher Höhe befinden konnten. Dafür musste ich allerdings die Kinderbett-Matratze höher einstellen. Zuerst hatte ich Bedenken, weil ich befürchtete, mein Sohn könnte über das nun niedrigere Gitter stürzen, aber ich beruhigte mich mit dem Gedanken, dass er wohl eher über unser Bett krabbeln würde, um aus dem Bett zu gelangen, anstatt den schwierigeren Weg über das Gitter zu wählen. Mein Kind bestätigte dies. Anfangs fand er das Gitter noch interessant um sich daran hoch zu stemmen, aber das Interesse ließ schnell nach.

Inzwischen schläft unser Bärchen in meinem Bett ein. Oben begrenzt das Kopfstück das Bett, links ist das Gitterbett, das Fußende wird von meiner gerollten Decke abgesperrt, das Bett meines Mannes von seiner Decke. So kann unser Kleiner gemütlich auf meinem Bett bis in sein Bett hinein rollen. Die Angst, er könnte in unserer Abwesenheit aufwachen und aus dem Bett krabbeln, hat sich gelegt, weil wir festgestellt haben, dass unser Kleiner schon beim Aufwachen Geräusche von sich gibt. So sind wir meistens schon bei ihm, bevor er selbst richtig wach geworden ist.

Wenn ich ins Bett gehe, lege ich unser Bärchen in sein Bett hinüber und so schlafen wir drei dann friedlich nebeneinander weiter. Jeder hat seinen eigenen Freiraum, seine eigene Matratze und kann sich drehen wie er möchte. Morgens, wenn unser Kleiner wach wird, lege ich ihn zwischen uns, und so dösen wir noch eine Weile gemeinsam vor uns hin, bis unseren Sohn der Tatendrang packt und er mitsamt seinem Schlafsack über seinen Papa hinweg krabbelt, sich am Bettrand umdreht, rücklings runterrutscht und lachend neben unserem Bett steht.

Auch wenn unsere Umwelt über unser Familienbett den Kopf schüttelt und befürchtet, wir würden unser Kind nie mehr aus dem Bett bekommen, wir halten daran fest. Wir drei genießen unseren gemeinsamen Schlaf, und das wird noch so lange so bleiben, wie unser Sohn (inzwischen 14 Mon. alt) das möchte. Von anderen Eltern habe ich erfahren, dass die Kinder irgendwann selbst entscheiden, lieber allein schlafen zu wollen, so lange sie die Option haben, jederzeit zurückkehren zu dürfen. Unser Kind zeigt uns dies schon beim Einschlafen. Mal braucht er bis zum Schluss Körperkontakt, mal dreht er sich vor dem Einschlafen weg. Er beginnt schon sich abzunabeln.

 

© 2002 Moni