Tragen in der Kleinkindzeit

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In Sachen Tragen hat sich bei uns einiges verändert.

Mit etwa sechzehn Monaten wollte unser Sohn fast nur noch laufen. Er hat da für sein Alter wirklich weite Strecken zurückgelegt. Sein Tragebedürfnis war mittlerweile schon so weit erfüllt, dass er sich nun anderen Dingen zuwenden konnte. Alles, was sich auf dem Boden befand, war doch sooo interessant. Jedes Blatt, jeder Ast, jeder Stein, jeder Grashalm und jedes Blümchen regten seine kindliche Neugierde an. Von manchem Spaziergang sind wir mit unzähligen bunten Blättern und heruntergefallenen Ästen nach Hause gekommen. Und es war und ist noch immer so süß, wenn Sohnemann seiner Mama Gänseblümchen pflückt ;o)!

Entgegen aller Prognosen hat er da wirklich riesengroße Entwicklungsschritte getan. Doch manchmal wird auch der größte Entdecker müde und kann nicht mehr laufen. Dann habe ich ihn schnell in die Hüfttrage genommen und bin nach Hause gegangen. Doch immer war mir die Hüftrage nicht angenehm oder praktisch. Das kam ganz auf die Situation oder die zu erledigenden Aufgaben an. Und die normale Rückentrage war mir auch für schnell mal zwischendurch zu umständlich und aufgrund des mittlerweile stattlichen Gewichtes unseres Sohnes unangenehm geworden. Auch wollte unser Sohn manchmal kurz nacheinander laufen oder getragen werden. Da war mir das Rein und Raus manchmal etwas zu aufwändig.

Da habe ich davon gehört, dass viele Kinder bei den Naturvölkern ihre kleineren Geschwister ohne Tuch auf dem Rücken tragen. Und da mein Sohn da ja sehr experimentierfreudig ist, probierten wir das Zuhause natürlich auch gleich aus. Ich erklärte ihm, dass er sich ganz fest an meiner Schulter festhalten muss, und dann huckelte ich ihn auf. Das war erstmal ziemlich wackelig und gewöhnungsbedürftig. Es hat nur drei Tage gedauert, bis er wusste, worum es ging und wie er sich festhalten muss. Ich finde das super praktisch. Sind mal schnell paar Treppen oder eine breite Straße zu überwinden oder ist Söhnchen nur mal kurz zu müde zum Laufen, dann huckel ich ihn auf, und wir laufen wie eine Koala-Mama mit ihrem Jungen durch die Gegend ;o). Das ist aber nichts für lange Strecken, da man das schon ganz schön in den Armen spürt. Aber für so schnell mal zwischendurch ist das eine optimale Lösung für uns.

Haben wir weite Strecken oder Einkäufe zu tätigen, bei denen es schon etwas schneller gehen muss, dann binde ich ihn mir nach wie vor auf den Rücken. Da die normale Rückentrage, wie schon erwähnt, unangenehm geworden war, habe ich meine Bindeweise der normalen Rückentrage gegenüber etwas abgewandelt. Die Tuchbahnen kreuze ich nochmals über meiner Brust, bevor ich sie wieder nach hinten über den Rücken führe. So verteilt sich das Gewicht viel besser auf den Oberkörper, und man spürt es kaum. Das ist wirklich viel angenehmer, und ich bin froh, auf diese Idee gekommen zu sein. Aber das Tragen ist ist ziemlich selten geworden. Ich bedaure das natürlich für mich persönlich. Denn das ist wirklich die schönste Erfahrung, die ich bis jetzt mit einem Baby/Kleinkind machen durfte. Aber irgendwann wird jedes Kind größer und selbstständiger, und das muss man akzeptieren. Aber vielleicht bekomme ich ja irgendwann noch einmal die Möglichkeit, ein Baby zu tragen. Ich hoffe es jedenfalls sehr ;o).

 

© 2002 Jana

 

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